„Warum denn in Uniform?“ erkundigte sich Wolodin sachlich.

„Zum Vorgesetzten darf man nicht in Zivil. Dafür wird geprügelt,“ erklärte Peredonoff.

Wolodin kicherte. Peredonoff beugte sich dicht zu ihm und flüsterte:

„Manchmal lebt er sogar in anderer Gestalt. Man glaubt — es ist ein simpler Kater, — keine Spur! Es ist der Gendarm. Vor dem Kater kann man nichts verbergen, er hört und hört alles.“

Endlich, nach anderthalb Wochen, machte die Frau Direktor ihren Gegenbesuch. An einem Wochentage um vier Uhr kam sie — schön gekleidet, liebenswürdig, nach süßen Veilchen duftend, — zusammen mit ihrem Manne, angefahren, — für Peredonoffs ganz unerwartet: diese hatten Chripatschs aus irgend einem Grunde an einem Feiertag und viel früher erwartet. Alles ging durcheinander. Warwara war halbangekleidet und ungewaschen in der Küche. Sie lief schnell, sich zurechtzumachen, während Peredonoff die Gäste empfing und den Eindruck eines Menschen machte, der eben erst aufgewacht ist.

„Warwara kommt gleich,“ murmelte er, „sie kleidet sich um. Sie kochte gerade. Wir haben ein neues Mädchen, die kann noch nichts, sie ist eine dumme Gans.“

Bald darauf kam Warwara, nachlässig gekleidet; ihr Gesicht war rot und erschreckt. Sie gab den Gästen ihre feuchte, unsaubere Hand und sprach mit vor Aufregung zitternder Stimme:

„Verzeihen Sie, daß ich warten ließ, — wir wußten nicht, daß Sie an einem Wochentage kommen würden.“

„An Feiertagen fahre ich nur selten aus,“ sagte Madame Chripatsch, „da sind so viele Betrunkene auf den Straßen. Mögen die Dienstboten diesen Tag für sich haben.“

Es entspann sich eine notdürftige Unterhaltung, und die Liebenswürdigkeit der Frau Direktor ermunterte Warwara ein wenig. Die Frau Direktor behandelte Warwara etwas von oben herab, doch freundlich, — wie etwa eine reumütige Sünderin, zu der man freundlich sein muß, an der man sich aber noch beschmutzen kann. Sie gab Warwara einige Verhaltungsmaßregeln über Kleidung und Einrichtung, aber nur gesprächsweise.