Das Gerücht über die gefälschten Briefe verbreitete sich in der Stadt. Die Gespräche darüber waren für die Bürger unterhaltend und erheiternd. Fast alle lobten Warwara und freuten sich, daß Peredonoff betrogen worden war. Und alle die, welche die Briefe gesehen hatten, versicherten hoch und teuer, sie hätten alles von Anfang an gewußt.

Besonders groß war die Schadenfreude im Hause der Werschina: obwohl Martha Murin heiraten sollte, so war sie doch immerhin von Peredonoff verschmäht worden. Die Werschina hatte eigentlich die Absicht gehabt, Murin für sich zu nehmen, nun mußte sie ihn Martha abtreten; Wladja hatte seine guten Gründe, warum er Peredonoff nicht leiden konnte, und freute sich über dessen Mißgeschick. Obgleich es ihm nicht angenehm war, daß Peredonoff nun doch im Gymnasium blieb, so wurde das Unbehagen darüber bei weitem durch den Umstand aufgewogen, daß Peredonoff so glänzend „hereingelegt“ worden war. Außerdem hatte sich in den letzten Tagen unter den Schülern das Gerücht verbreitet, als hätte der Direktor dem Schulbezirksinspektor mitgeteilt, Peredonoff wäre nicht mehr zurechnungsfähig, als würde bald eine Untersuchung deswegen eingeleitet werden und Peredonoff müßte dann die Schule verlassen.

Wenn Warwara mit ihren Bekannten zusammentraf, so machte man grobe Witze, und gab ihr frech und unverholen zu verstehen, daß man um die Fälschungen wußte. Sie lächelte nur gemein, gab nichts zu, verteidigte sich aber auch nicht.

Andere wieder deuteten der Gruschina an, daß man um ihre Teilhaberschaft an den Fälschungen wußte. Sie erschrak und lief zu Warwara, um ihr Vorwürfe zu machen, weil sie die Sache ausgeplaudert hatte. Warwara sagte schmunzelnd:

„Reden Sie keinen Unsinn. Ich habe zu keinem Menschen davon gesprochen.“

„Woher weiß man es denn?“ fragte die Gruschina heftig. „Ich bin doch nicht so dumm, daß ich es jemandem erzählen werde.“

„Auch ich habe es nirgends erzählt,“ beteuerte Warwara unverschämt.

„Geben Sie mir den Brief zurück,“ verlangte die Gruschina. „Fängt er erst an zu vergleichen, so wird er schon an der Handschrift merken, daß es eine Fälschung ist.“

„Mag er’s doch wissen!“ sagte Warwara ärgerlich. „Was soll ich mich mit dem Esel abgeben.“

Die schielenden Augen der Gruschina blitzten. Sie schrie: