„Seine Schwester?“ schrie sie, „wir kennen das, — schöne Schwester das! Warum besucht dich die Frau des Direktors nicht? He! — warum?“

„Du, brüll mal nicht,“ sagte Warwara.

Aber die Jerschowa zeterte noch lauter:

„Was hast du mir zu befehlen? Hier in meinem Hause kann ich tun, was ich will. Wenn es mir paßt, so werfe ich euch gleich hinaus, um euren Dunstkreis loszusein. Ich will euch aber eine Gnade erweisen: lebt wie ihr wollt, aber wagt es nur euch aufzuspielen!“

Wolodin und die Prepolowenskaja hatten sich indes ganz bescheiden an ein Fenster gedrückt und verhielten sich still. Die Prepolowenskaja schmunzelte ein wenig, schielte ab und zu auf das keifende Weib, stellte sich aber so, als blickte sie auf die Straße.

Wolodin saß da mit einer Miene gekränkter Erhabenheit.

Die Jerschowa wurde für eine Zeit menschenfreundlich, grinste fröhlich in trunkenem Mut, klopfte Warwara auf die Schulter und sagte freundschaftlich:

„Du — hör mal, was ich dir sagen will —, du mußt mich an deinen Speisetisch führen und mich gebildet unterhalten. Du mußt mir etwas Süßes zum Essen geben, du mußt deine Hauswirtin ehrenvoll bewirten! ja, das mußt du, du mein liebes Mädchen.“

„Da hast du Pasteten,“ sagte Warwara.

„Ich will keine Pasteten; ich will dasselbe essen, was die Herrschaften essen,“ schrie die Jerschowa, fuchtelte mit den Händen und lachte selig, „so süßes Backwerk essen die Herrschaften — ach, so süß!“