Und ihr Gesicht wurde wieder ruhig und fröhlich, als hätte Sascha nicht vor einem Augenblicke noch vor ihr gekniet und ihre nackten Füße geküßt. Sascha fragte:
„Liebste, wirst du dich nicht erkälten?“
Weich und bebend klang seine Stimme. Ludmilla lachte auf.
„Das fehlte noch! Ich bin doch daran gewöhnt; ich bin nicht so verzärtelt.“
Einmal war Ludmilla gegen Abend zur Kokowkina gekommen und bat Sascha:
„Komm zu mir; du mußt mir helfen ein kleines Regal zu befestigen.“
Sascha liebte es, Nägel einzuschlagen und hatte Ludmilla irgendwann versprochen, ihr bei der Einrichtung ihres Zimmers zu helfen. Auch heute war er gleich einverstanden und war froh, einen harmlosen Vorwand zu haben, um zu Ludmilla zu gehen. Und der unschuldige, etwas säuerliche Duft des extra-Mugnet, der von Ludmillas blaßgrünem Kleide wehte, beruhigte ihn.
Für die Arbeit hatte sich Ludmilla hinter dem Bettschirm umgezogen. Nun trat sie vor Sascha in einem kurzen aber sehr eleganten Röckchen, ihre Arme waren bis zu dem Ellenbogen frei, — die Schuhe trug sie an den bloßen Füßen, — parfumiert mit dem süßen, matten, würzigen Dufte japanischer Nelken.
„Oh, wie du elegant bist!“ sagte Sascha.
„Ach was, — elegant!“ sagte Ludmilla und zeigte lächelnd auf ihre Füße, „ich bin doch barfuß,“ sie sprach diese Worte gedehnt, verführerisch, verschämt.