„Auch leiden! Auch das ist gut!“ flüsterte sie heiß. „Süß ist es, Schmerz zu haben — der Körper muß es nur fühlen; sehen muß man das Nackte und die Schönheit des Leibes.“

„Aber man schämt sich doch ohne Kleider!“ sagte Sascha schüchtern.

Ludmilla stürzte vor ihm auf die Knie.

„Lieber, mein Abgott, Knabe — göttlicher!“ flüsterte sie atemlos und bedeckte seine Hände mit Küssen, „für eine Minute, für eine Minute nur laß mich an deinen Schultern mich satt sehen!“

Sascha seufzte auf; er senkte die Augen, wurde rot, und ungelenk zog er die Bluse vom Körper.

Mit fiebernden Händen umschlang ihn Ludmilla und bedeckte mit wilden Küssen seine vor Scham bebenden Schultern.

„Siehst du, — wie gehorsam ich bin!“ sagte er und lächelte gezwungen, wie um durch einen Scherz seine Verlegenheit zu verbergen.

Ludmilla küßte eifrig seine Arme, von den Schultern bis zu den Fingerspitzen, und Sascha — erregt und ganz versunken in wollüstigen, quälenden Gedanken — wehrte ihr nicht. Ihre Küsse waren wie eine heiße Anbetung, als küßten ihre brennenden Lippen nicht einen Knaben, sondern den jugendlichen Gott, in bebender, geheimnisvoller Hingabe an seinen erblühenden Leib.

Hinter der Tür standen aber Darja und Valerie; sie guckten abwechselnd, einander ungeduldig stoßend, durch das Schlüsselloch und erstarben in heißen, wollüstigen Schauern.

„Es ist Zeit, daß ich mich ankleide,“ sagte Sascha endlich.