Ludmilla seufzte, — und mit demselben andächtigen Ausdruck in den Augen zog sie ihm Hemd und Bluse an, und diente ihm ehrfürchtig und vorsichtig.

„So bist du eine Heidin?“ fragte Sascha zweifelnd.

Ludmilla lachte fröhlich.

„Und du?“ fragte sie.

„Das fehlte noch!“ antwortete Sascha fest, „ich kenne den ganzen Katechismus auswendig.“

Ludmilla lachte aus vollem Halse. Sascha blickte sie lächelnd an und fragte:

„Warum gehst du denn in die Kirche?“

Ludmilla hörte auf zu lachen und wurde nachdenklich.

„Ja,“ sagte sie, „man muß doch beten. Etwas beten, etwas weinen, eine Kerze weihen, sich an Vergangenes erinnern. Und ich liebe das alles, — Kerzen, Ampeln, Weihrauch, Meßgewänder, Gesang, — wenn die Sänger gut singen, — die Heiligenbilder in den schönen, mit Bändern geschmückten Einfassungen. Ja, das ist alles so wunderbar. Und dann liebe ich noch ... Ihn ... weißt du .. den Gekreuzigten ...“

Die letzten Worte sagte Ludmilla ganz leise, fast flüsternd; sie wurde rot, als wäre sie schuldig und senkte die Augen.