„Weißt du, manchmal träume ich von ihm — er hängt am Kreuze, auf seinem Körper schimmern kleine Blutstropfen.“
Seit jenem Tage kam es oft vor, daß Ludmilla Sascha in ihrem Zimmer entkleidete. Erst schämte er sich bis zu Tränen, — doch gewöhnte er sich bald daran. Schon blickten seine Augen klar und ruhig, wenn Ludmilla ihm das Hemd herunterstreifte, seine Schultern entblößte, ihn streichelte und auf den Rücken klopfte. Und dann endlich entkleidete er sich selber.
Für Ludmilla war es ein angenehmes Gefühl, ihn halbnackt auf ihren Knien zu haben, ihn zu umarmen und zu küssen.
Sascha war allein zu Hause. Er erinnerte sich an Ludmillas heiße Blicke, wenn sie seinen Körper betrachtete.
Was will sie nur? dachte er.
Und plötzlich stieg ihm das Blut zu Kopf, und das Herz schlug ihm so weh. Dann wurde er ganz ausgelassen und fröhlich. Er warf den Stuhl zur Seite, schlug einige Purzelbäume, warf sich auf den Boden, sprang auf die Möbel, — und tausend sinnlose Bewegungen schleuderten ihn aus einer Ecke des Zimmers in die andere. Sein fröhliches, helles Gelächter schallte durchs ganze Haus.
In dem Augenblick kam die Kokowkina nach Hause; sie hörte den ungewohnten Lärm und trat in Saschas Zimmer. Verständnislos blieb sie auf der Schwelle stehen und schüttelte nur den Kopf.
„Was ist in dich gefahren, Saschenka!“ sagte sie, „toll doch mit deinen Freunden herum, aber nicht allein. Schäm dich, mein Lieber, — du bist kein Kind mehr.“
Sascha stand still, — vor Verlegenheit schienen ihm die Hände zu ersterben, — sie waren so schwer und ungelenk, — aber sein ganzer Körper zitterte vor Erregung.
Einmal kam die Kokowkina gerade dazu, als Ludmilla Sascha mit Bonbons fütterte.