Zuweilen schnürte sie ihn in ihr Korsett und zog ihm ihre Kleider an. Im Dekolletee sahen Saschas nackte, volle, zartgerundeten Arme und seine vollen Schultern sehr schön aus. Er hatte eine gelbliche Haut, aber — was selten vorkommt: sie war gleichmäßig und zart in der Färbung. Ludmillas Röcke, Schuhe und Strümpfe, — alles paßte ihm vorzüglich und stand ihm ausgezeichnet. Wenn er ganz als Dame angekleidet war, setzte er sich gehorsam hin und spielte mit einem Fächer. So sah er tatsächlich einem Mädchen täuschend ähnlich, und er bemühte sich auch, sich dementsprechend zu geben.

Nur eins war lästig — Saschas kurze Haare. Ludmilla wollte ihm keine Perücke aufsetzen oder ihm einen falschen Zopf anstecken, — das kam ihr widerlich vor.

Sie lehrte ihn tiefe Knixe zu machen. Zuerst verbeugte er sich unbeholfen und verlegen. Aber er hatte die natürliche Grazie, wenn sich auch die eckigen, knabenhaften Bewegungen nicht abgewöhnen ließen. Errötend und lachend lernte er fleißig zu knixen und unsinnig zu kokettieren.

Zuweilen nahm Ludmilla seine nackten, schlanken Hände und küßte sie. Sascha duldete es ruhig und blickte lachend auf Ludmilla. Manchmal hielt er ihr die Hände an die Lippen und sagte:

„Küß.“

Aber ihm und ihr gefielen die anderen Trachten besser, die Ludmilla selber für ihn erfunden hatte: im Fischerkostüm mit nackten Beinen, oder barfuß im Chiton eines athenischen Jünglings.

Ludmilla kleidet ihn an und bewundert ihn. Sie selbst wird so blaß und traurig.

Sascha saß auf Ludmillas Bett, spielte mit den Falten des Chitons und baumelte mit den Beinen. Ludmilla stand vor ihm, blickte ihn an und ein glückseliger Ausdruck des Vergessens lag auf ihrem Gesicht.

„Wie dumm du bist!“ sagte Sascha.

„In meiner Dummheit ist so viel Glück!“ flüsterte Ludmilla erbleichend; sie weinte und küßte Saschas Hände.