An ihrem Halse blitzten große, grelle Perlengeschmeide, goldene Filigran-Armbänder klirrten an ihren Händen. Ihr Körper duftete nach Iris, — ein atemraubender, körperlicher, erregender Duft, der träge Träume gebar und gesättigt war von langsam fließenden, verdunstenden Wassern.
Sie zerquälte sich, seufzte schwer, blickte ihm ins dunkle Gesicht und auf seine blau-schwarzen Wimpern und in die nächtigen Augen. Sie legte ihren Kopf auf seine nackten Kniee und ihre hellen Locken glitten über die bräunliche Haut. Sie küßte seinen Körper und der Kopf schwindelte ihr von dem starken, seltenen Duft, der sich mit dem Geruch des jungen Leibes mischte.
Sascha lag da und lächelte mit einem stillen, falschen Lächeln. Ein unklares Verlangen wurde in ihm groß und quälte ihn so süß. Und als Ludmilla seine Kniee und seine Füße küßte, erweckten diese zärtlichen Küsse in ihm quälende, träumerische Gedanken. Er wollte ihr etwas antun, etwas Liebes, oder ihr weh tun; etwas Zartes, oder etwas, davor man sich schämt, — aber er wußte nicht was. Sollte er ihre Füße küssen? Sollte er sie schlagen, viel und stark, mit langen, biegsamen Ruten? Sie sollte lachen vor Freude, oder schreien vor Schmerz.
Und beides, das eine, wie das andere war ihr vielleicht erwünscht, aber es war zu wenig. Was wollte sie denn? Da sind sie nun beide halbnackt, und ihren durch nichts gebundenen Körpern verbindet sich ein Verlangen und eine schützende Scham, — wo liegt nun das Geheimnis des Körpers? Wie bringt man sein Blut und seinen Leib ihren Wünschen und der eigenen Scham zum süßen Opfer?
Aber Ludmilla quälte sich und wand sich zu seinen Füßen, erbleichend unter ihren unmöglichen Wünschen, daß es ihr heiß und kalt wurde. Sie flüsterte voller Leidenschaft:
„Bin ich nicht schön? Sind meine Augen nicht flammend? Sind meine Locken nicht reich? Sei gut! Sei lieb zu mir, reiß die Geschmeide von mir, zerbrich meine Reifen!“
Sascha fürchtete sich, und unmögliche Verlangen marterten und quälten ihn.