„Warum haben Sie sich in den Bengel vernarrt? Das ist eine Beleidigung für unsere erwachsenen jungen Leute.“
Ludmilla lachte und sagte:
„Dummheiten!“
Mit frecher Neugierde blickten die Bürger Sascha überall nach.
Die Witwe des Generals Polujanoff, — sie war reich und stammte aus Kaufmannskreisen, — erkundigte sich nach seinem Alter und fand, daß er noch zu jung wäre; aber nach zwei Jahren würde man ihn zu sich bitten können, um zu seiner Erziehung beizutragen.
Zuweilen machte Sascha Ludmilla Vorwürfe, daß man ihn mit ihr neckte. Ja, es kam sogar vor, daß er sie schlug, aber dann lachte Ludmilla hell und fröhlich.
Um aber den dummen Klatschereien ein Ende zu machen und um Ludmillas Ruf nach dieser peinlichen Geschichte wiederherzustellen, wirkten sämtliche Rutiloffs und ihre zahlreichen Freunde, Verwandten und Bekannten eifrig gegen Peredonoff und führten den Beweis, daß das alles Ausgeburten der Phantasie eines Irrsinnigen wären. Die maßlosen Handlungen Peredonoffs brachten auch viele dazu, an diese Erklärung zu glauben.
In dieser Zeit wurde auch beim Rektor des Lehrbezirks wiederholt gegen Peredonoff Klage geführt. Vom Lehrbezirk wurde eine Anfrage an Chripatsch gerichtet. Dieser berief sich auf seine früheren Ausführungen und fügte hinzu, daß Peredonoffs längeres Verbleiben am Gymnasium direkt eine Gefahr bedeute, da seine seelische Krankheit deutlich bemerkbare Fortschritte mache.
Schon war Peredonoff ganz in der Gewalt seiner wilden Vorstellungen. Allerhand Erscheinungen schlossen ihn von der Welt ab. Seine irrsinnigen stumpfen Augen blickten unstät und blieben an keinem Gegenstande haften, so etwa, als wolle er durch sie durchsehen in die der Wirklichkeit entgegengesetzte Welt, und als suche er nach irgendwelchen Oeffnungen, um durchzusehen.
Wenn er allein war, redete er mit sich selber und stieß ganz sinnlose Drohungen aus: