Wolodin fürchtete sich nicht und kicherte.
„Riechst du den Gestank dort hinter der Tapete?“ fragte Peredonoff.
„Nein, ich rieche nichts,“ sagte Wolodin und kicherte und krümmte sich vor Lachen.
„Deine Nase ist verstopft,“ sagte Peredonoff. „Nicht umsonst hast du eine rote Nase. Er verfault dort hinter der Tapete.“
„Die Wanze!“ rief Warwara und lachte auf.
Stumpf und würdig blickte Peredonoff vor sich nieder.
Peredonoff, von Tag zu Tag unzurechnungsfähiger, schrieb Denunziationen gegen die Kartenbilder, gegen das gespenstische Tierchen, gegen den Hammel, — er, der Hammel, wäre ein Usurpator, hätte sich für Wolodin ausgegeben, trachtete nach einem hohen Posten, und wäre doch nur ein simpler Hammel; gegen die Waldschänder, — sie hätten alle Birken ausgerodet, es gäbe keine Birkenquasten mehr fürs Dampfbad, und ohne Ruten wäre es schwer, die Kinder zu erziehen; die Espen hätten sie aber stehen lassen, — und wozu wären die Espen gut?
Wenn Peredonoff auf der Straße Gymnasiasten traf, so erschreckte er die kleineren und brachte die größeren zum Lachen durch unflätige, schamlose Worte. Die größeren liefen ihm scharenweise nach und machten sich aus dem Staube, wenn sie einen der Lehrer kommen sahen, — die kleineren liefen vor ihm davon.
Ueberall sah er Gespenster und Gesichte; seine Halluzinationen entsetzten ihn in dem Maße, daß sich seiner Brust ein tolles, stöhnendes Gewinsel entrang. Das graue, gespenstische Tierchen erschien ihm bald blutbesudelt, bald in lauter Flammen; es schrie und brüllte, und sein Gebrüll dröhnte ihm in rasenden Schmerzen durch den Kopf. Der Kater schwoll an zu einer fürchterlichen Größe; er stampfte mit seinen Absätzen und wurde zu einem rothaarigen, schnauzbärtigen Ungetüm.