„Zeig’ sie mal, deine Gäste,“ brüllte die Jerschowa, „deine Gäste kann ich gerade brauchen.“

Schwankend taumelte die Jerschowa in den Saal. Mit einem Mal änderte sie vollständig ihre Art zu reden und ihre Umgangsformen, verbeugte sich tief vor der Prepolowenskaja, so tief, daß sie fast hinfiel und sagte bescheiden:

„Gnädige Frau, liebe Sophja Jefimowna, verzeihen Sie mir, denn ich bin ein besoffenes Weib. Aber eins muß ich Ihnen sagen, hören Sie bitte. Sie besuchen diese Leute hier, aber wissen Sie auch, was die da von Ihrer Schwester gesagt hat? Noch dazu wem? Mir — der besoffenen Frau eines Schusters! Und warum? Damit ich es allen weitererzählen soll, sehen Sie — darum!“

Warwara wurde dunkelrot und sagte:

„Nichts habe ich dir gesagt.“

„Du hast nichts gesagt? Du ekliges Ungeziefer!“ tobte die Jerschowa, mit geballten Fäusten an Warwara herantretend.

„Jetzt schweig aber still,“ murmelte Warwara verlegen.

„Nein, ich werde nicht stillschweigen,“ schrie die Jerschowa schadenfroh und wandte sich wieder an die Prepolowenskaja. „Daß sie, — Ihre Schwester nämlich, — ein Verhältnis mit Ihrem Manne unterhält; sehen Sie, das hat sie mir gesagt, dieses verworfene Weib!“

Sophjas böse und verschlagene Augen blitzten zu Warwara hinüber. Sie stand auf und sagte mit gezwungenem Lachen:

„Ich danke untertänigst, das habe ich nicht erwartet.“