Das alles, — dachte er, — hat seinen Grund in der dummen Erfindung Peredonoffs und wird genährt von der neidischen Bosheit der Gruschina. Dieser Brief aber, — dachte er, — beweist, daß unerwünschte Gerüchte in Umlauf sind; sie könnten doch ein schlechtes Licht auf das Ansehen des ihm anvertrauten Gymnasiums werfen. Darum müssen Maßnahmen getroffen werden.

Vor allem bat er die Kokowkina, ihn aufzusuchen, um mit ihr über die Tatsachen zu sprechen, die diese unerwünschten Gerüchte veranlaßt haben konnten.

Die Kokowkina wußte schon, worum es sich handelte. Man hatte es ihr noch deutlicher zu verstehen gegeben, als dem Direktor. Die Gruschina hatte sie auf der Straße erwartet, ein Gespräch mit ihr angeknüpft und erzählt, Ludmilla hätte Sascha von Grund aus verdorben.

Die Kokowkina war überrascht. Zu Hause überschüttete sie Sascha mit Vorwürfen. Ihr war die ganze Geschichte um so peinlicher, als doch alles sich fast vor ihren Augen abgespielt hatte und weil Sascha mit ihrem Einverständnis zu Rutiloffs ging. Sascha stellte sich so, als verstünde er nichts und fragte:

„Was habe ich denn Schlimmes getan?“

Die Kokowkina kam in Verlegenheit.

„Wie! Was du Schlimmes getan hast? Weißt du es nicht mehr? Ist es lange her, daß ich dich in Weiberröcken getroffen habe? Hast du es vergessen, du Schlingel?“

„Nun, Sie haben mich so getroffen. Ist denn etwas Schlimmes dabei? Dafür haben Sie mich doch schon bestraft! Und was ist denn dabei, — als hätte ich einen gestohlenen Rock angehabt!“

„Sag doch einer, sag doch einer! wie er sich ausredet!“ sagte die Kokowkina fassungslos. „Ich habe dich wohl bestraft, aber scheinbar zu wenig.“

„Dann bestrafen Sie mich mehr,“ sagte Sascha trotzig, mit der Miene eines unschuldig Gekränkten. „Damals verziehen Sie mir, und jetzt ist es zu wenig. Ich habe Sie nicht gebeten, mir zu verzeihen, — ich hätte den ganzen Abend auf den Knieen gestanden. Warum macht man mir jetzt noch Vorwürfe!“