„Mein Lieber, man redet schon in der ganzen Stadt von dir und deiner Ludmilla,“ sagte die Kokowkina.

„Was wird denn geredet?“ fragte Sascha treuherzig-neugierig.

Die Kokowkina kam wieder in Verlegenheit.

„Was geredet wird, — man weiß doch was! Du weißt es genau, was man über euch sagen kann. Da kommt wenig Gutes dabei heraus. Du treibst Unfug mit deiner Ludmilla, — das redet man.“

„Ich werde nicht mehr Unfug treiben,“ versprach Sascha so ruhig, als unterhielte man sich über das Hasch-hasch-Spiel.

Er machte ein unschuldiges Gesicht, aber es war ihm schwer ums Herz. Er versuchte die Kokowkina auszuhorchen, was denn eigentlich geredet würde, und fürchtete sich, vielleicht grobe Worte hören zu müssen. Was konnte nur über sie beide geredet werden? Die Fenster von Ludmillas Zimmer gingen in den Garten, von der Straße aus konnte man nichts sehen, und außerdem ließ Ludmilla immer die Vorhänge herunter. Und wenn jemand zugesehn hatte, wie hatte er es erzählt? Vielleicht mit peinlichen, rohen Worten? Oder wurde nur davon geredet, daß er oft hinging?

Am darauffolgenden Tage erhielt die Kokowkina die Vorladung zum Direktor. Die alte Frau kam ganz aus der Fassung. Zu Sascha sagte sie kein Wort und machte sich zur festgesetzten Stunde still auf den Weg. Chripatsch machte ihr sehr liebenswürdig und schonend Mitteilung von dem erhaltenen Brief. Sie brach in Tränen aus.

„Beruhigen Sie sich, wir beschuldigen Sie nicht,“ sagte Chripatsch, „wir kennen Sie zu gut. Allerdings werden Sie ihn künftighin strenger beaufsichtigen müssen. Jetzt sagen Sie mir nur bitte, was eigentlich vorgefallen ist.“

Als die Kokowkina vom Direktor nach Hause zurückkehrte, überschüttete sie Sascha mit neuen Vorwürfen.

„Ich werde es der Tante schreiben,“ sagte sie weinend.