Als das gedruckte Programm über das Kostümfest erschien, — riesige Affichen, die an alle Zäune geklebt und jedem angesehenen Bürger ins Haus geschickt wurden, — erwies es sich, daß man weder eine Kuh, noch ein Fahrrad erhalten konnte, sondern die Dame sollte nur einen Fächer, der Herr nur ein Album bekommen. Das enttäuschte und verstimmte alle, die sich zum Kostümfest vorbereitet hatten. Man murrte. Man sagte:
„Es lohnte sich Geld auszugeben!“
„Es ist einfach lächerlich — solche Preise.“
„Man hätte es von Anfang an sagen müssen.“
„Nur bei uns kann man so mit dem Publikum umspringen.“
Trotzdem wurden die Vorbereitungen fortgesetzt: waren die Preise auch miserabel, so war es doch schmeichelhaft, sie zu erhalten.
Darja und Ludmilla nahmen weder zu Anfang noch später ein Interesse an der Preisverteilung. Was sollten sie mit einer Kuh! oder war ein Fächer etwas Besonderes! Und wer würden die Preisrichter sein? Was für einen Geschmack konnten sie — die Richter — entwickeln! Aber beide Schwestern waren entzückt von Ludmillas Einfall, Sascha als Dame auf das Kostümfest mitzunehmen, so die ganze Stadt zu hintergehen und es zu betreiben, daß er den Preis erhielte. Auch Valerie gab sich den Anschein, als wäre sie einverstanden. Eifersüchtig und schwächlich wie ein Kind, ärgerte sie sich: es war Ludmillas Freund, nicht ihrer, — aber sie wagte es nicht, mit den beiden älteren Schwestern Streit anzufangen. Sie sagte nur verächtlich lächelnd:
„Er wird es nicht wagen.“
„Das fehlte noch,“ sagte Darja resolut, „wir werden es so einrichten, daß niemand davon erfährt.“
Und als die Schwestern Sascha ihre Idee mitteilten, und als Ludmilla sagte: