„Wir werden dich als Japanerin verkleiden,“ da sprang und quiekte er vor Vergnügen. Mochte kommen was wollte, — und besonders, wenn keiner davon erfährt, — ihm sollte es recht sein, — wie sollte er nicht einverstanden sein! — das ist doch so furchtbar lustig, — alle hinters Licht zu führen.
Man beschloß auf der Stelle Sascha als Geisha zu verkleiden. Die Schwestern bewahrten ihren Plan als strengstes Geheimnis, — nicht einmal Larissa oder der Bruder wußten darum. Das Geishakostüm schnitt Ludmilla nach einer Etikette auf einem Korylopsisfläschchen zu: ein Kleid aus gelber Seide, auf rotem Atlas gefüttert, sehr lang und weit, wie ein Schlafrock; auf das Kleid stickte sie ein buntes Muster, — große Blumen in sonderbaren Linien.
Auch Schirm und Fächer fertigten die jungen Damen selber an, — der Fächer war aus dünnem, gemustertem japanischem Papier auf Bambusstäbchen gezogen, der Sonnenschirm aus rosa Seide ebenfalls an einem Bambusrohr. An die Füße zogen sie ihm rosa Strümpfe und hölzerne Pantoffelchen auf kleinen Brettern.
Auch die Maske für die Geisha bemalte die Künstlerin Ludmilla: ein gelbliches, aber liebes, schmales Gesichtchen mit einem leichten, starren Lächeln auf den Lippen, schrägliegende Schlitze für die Augen, und ein schmaler, kleiner Mund. Nur die Perücke mußte man sich aus Petersburg kommen lassen, — schwarze, glatt aufgekämmte Haare.
Man brauchte Zeit, um das Kostüm anzuprobieren, und Sascha konnte immer nur für Augenblicke kommen, nicht einmal täglich. Aber alles fand sich: Sascha lief in der Nacht davon, wenn die Kokowkina schlief, durchs Fenster. Alles ging glatt.
Auch Warwara rüstete sich zum Kostümfest. Sie kaufte eine Maske, die irgend eine dumme Fratze vorstellte, und um das Kostüm kümmerte sie sich nicht viel, — sie kleidete sich als Köchin, an die Schürze hängte sie sich einen Kochlöffel. Auf den Kopf setzte sie sich ein weißes Häubchen, die Arme ließ sie bis zu den Ellenbogen frei, schminkte sie gründlich — kurz sie war eine Köchin wie vom Herde gekommen, — und ihr Kostüm war fertig. Gibt man ihr den Preis — ihr soll’s recht sein, erhält sie keinen — auch gut.
Die Gruschina hatte beschlossen, sich als Diana zu kostümieren. Warwara mußte lachen und fragte:
„Werden Sie auch ein Halsband tragen?“
„Warum denn ein Halsband?“ fragte die Gruschina erstaunt.
„Aber wie denn,“ erklärte Warwara, „Sie haben doch beschlossen, als Hund zu kommen.“