Auch das Kostüm der Gruschina fand Beifall, — wie eben etwas Skandalöses Beifall findet. In dichten Scharen folgten ihr die Männer; sie lachten und machten unflätige Bemerkungen. Die Damen wandten sich ab und waren empört. Endlich trat der Polizeileutnant zur Gruschina und sagte, süß schmunzelnd:

„Gnädigste, Sie werden sich bedecken müssen.“

„Was gibt’s denn da? Man sieht nichts Unanständiges an mir,“ antwortete die Gruschina frech.

„Gnädigste, die Damen fühlen sich beleidigt,“ sagte Mintschukoff.

Der Teufel soll Ihre Damen holen,“ zeterte die Gruschina.

„Nein, bitte, Gnädigste,“ bat Mintschukoff, „haben Sie die Liebenswürdigkeit, wenigstens Ihre Brüstchen und Ihr Rückchen mit einem Taschentüchlein zu bedecken.“

„Wenn mein Taschentuch aber vollgeschneuzt ist?“ antwortete die Gruschina gemein lachend.

Mintschukoff aber beharrte:

„Wie es Ihnen beliebt, Gnädigste. Nur, — wenn Sie sich nicht bedecken, sehe ich mich gezwungen, Sie zu entfernen.“

Schimpfend und spuckend, ging die Gruschina in die Garderobe und breitete, mit Hilfe eines Dienstmädchens, einige Falten ihres Kleides über Rücken und Brust. Als sie in den Saal zurückkehrte, wenn auch etwas bescheidner in ihrem Ansehen, suchte sie doch wieder eifrig nach Anbetern. In plumper Weise scherzte sie mit allen Männern. Als deren Aufmerksamkeit aber in eine andere Richtung gelenkt wurde, ging sie ins Buffetzimmer, um Süßigkeiten zu stehlen.