Die Geisha hockte nieder, hob ihre schmalen Fingerchen, kicherte mit verstellter Stimme, spielte mit ihrem Fächer, klopfte damit diesem oder jenem Herren auf die Schulter, und versteckte sich dann hinter dem Fächer, und jeden Augenblick klappte sie ihren rosa Sonnenschirm auf und zu. Nicht sonderlich schlaue Handgriffe, — jedenfalls genügten sie, um alle die zu gewinnen, welche die Schauspielerin Kaschtanowa verehrten.

„Ich gebe mein Papier, — der Allerschönsten — dir!“ sagte Tischkoff und überreichte sein Billett mit einem jugendlichen Kratzfuß der Geisha.

Er hatte schon viel getrunken und war ganz rot; sein in einem ewigen Lächeln erstarrtes Gesicht und seine ungelenke Figur machten ihn einer Puppe ähnlich. Und immer reimte er.

Valerie sah Saschas Erfolge und beneidete ihn; sie hätte es zu gern gesehn, daß man sie erkannt hätte, daß ihr Kostüm und ihre schmale, schlanke Gestalt allen gefiele, und daß sie den Preis erhielte. Gleich fiel es ihr aber zu ihrem Aerger ein, daß das ganz ausgeschlossen war: die drei Schwestern hatten verabredet, Billette nur für die Geisha aufzutreiben, und ihre eigenen Zettelchen, die sie etwa bekommen sollten, ebenfalls der Geisha zu geben.

Im Saale wurde getanzt. Wolodin, stark angeheitert, tanzte den Kasatschek.[12] Der Polizeileutnant verbot ihm das. Er sagte fröhlich-gehorsam:

„Nun, wenn es verboten ist, so tue ich es auch nicht.“

Zwei Bürger aber, die seinem Beispiel gefolgt waren, und den Trepak tanzten, wünschten, nicht nachzugeben:

„Mit welchem Recht? Für meinen Fünfziger!“ riefen sie, wurden aber hinausgeführt.

Wolodin begleitete sie, verrenkte die Glieder, bleckte die Zähne und hopste dazu.

Fräulein Rutiloffs beeilten sich, Peredonoff aufzufinden, um sich über ihn lustig zu machen. Er saß allein, an einem Fenster und blickte mit irren Augen in die Menge. Menschen und Gegenstände schienen ihm sinnlos und aufgelöst, doch aber ihm feindlich zu sein.