Katharina Iwanowna war gleich bezaubert von ihrem netten, anständigen Aussehen.

Die haben wieder was entdeckt! dachte sie ärgerlich von den Pädagogen am Gymnasium. Dann überlegte sie, daß die Dämchen sich vielleicht verstellten und nahm sich vor, ihren Reizen nicht zu erliegen.

„Entschuldigen Sie, meine Damen, ich muß mich ernstlich mit Ihnen auseinandersetzen,“ sagte sie, bemüht, ihrer Stimme einen sachlich-trocknen Klang zu geben.

Die Schwestern baten sie Platz zu nehmen und schwatzten fröhlich durcheinander.

„Welche von Ihnen ist es denn? ...“ begann Katharina Iwanowna unsicher.

Ludmilla sagte fröhlich, mit der Miene einer liebenswürdigen Hausfrau, die sich bemüht, einem Gaste über eine Verlegenheit hinwegzuhelfen:

„Ich habe mich hauptsächlich mit Ihrem Neffen abgegeben. Wir haben in vielen Dingen dieselben Ansichten und denselben Geschmack.“

„Ihr Neffe ist ein sehr lieber Junge,“ sagte Darja, wie überzeugt, daß ihr Lob der Tante gefallen mußte.

„Wirklich, er ist sehr lieb, und so amüsant,“ sagte Ludmilla.

Katharina Iwanowna fühlte sich mit jedem Augenblicke unsicherer. Sie begriff mit einem Mal, daß sie eigentlich nur die geringsten Handhaben hatte, um Vorwürfe zu machen. Darüber ärgerte sie sich, — und Ludmillas letzte Worte gaben ihr Anlaß, ihrem Aerger Luft zu machen. Gereizt sagte sie: