„Sie amüsieren sich ... und er ...“
Aber Darja unterbrach sie:
„O, wir merken schon, — Peredonoffs alberne Erfindungen sind Ihnen zu Ohren gekommen,“ sagte sie mitleidig. „Aber wissen Sie denn nicht, daß er ganz verrückt ist. Der Direktor läßt ihn nicht ins Gymnasium. Man wartet auf einen Psychiater zur Untersuchung, dann wird er sofort vom Gymnasium entfernt.“
„Aber erlauben Sie,“ unterbrach sie ihrerseits Katharina Iwanowna, immer gereizter werdend, „mich interessiert nicht dieser Lehrer, sondern mein Neffe. Ich hörte, — bitte um Verzeihung, — daß sie ihn sittlich verderben.“
Und im selben Augenblick, nachdem sie den Schwestern im Jähzorn diesen entschiedenen Satz zugeschleudert hatte, dachte sie schon, — sie wäre zu weit gegangen. Die Schwestern blickten einander an mit der Miene so gut gespielter Empörung, so vollständigen Nichtverstehenkönnens, daß nicht Katharina Iwanowna allein sich hätte täuschen lassen, — sie wurden rot, und riefen alle gleichzeitig:
„Das ist nett!“
„Wie scheußlich!“
„Was für Neuigkeiten!“
„Gnädige Frau,“ sagte Darja kalt, „Sie wählen Ihre Worte nicht. Bevor Sie sich grober Redewendungen bedienen, wäre es angezeigt, in Erfahrung zu bringen, wie weit diese Wendungen angebracht sind.“
„Oh, das ist so verständlich!“ sagte Ludmilla lebhaft, mit der Miene eines gesitteten Mädchens, das gekränkt wurde und die Kränkung verziehen hat, „er ist Ihnen doch kein Fremder. Wie sollten diese dummen Gerüchte Sie nicht aufregen. Uns, — den Fernstehenden, — tat er leid, darum luden wir ihn ein. Hier in unserer Stadt macht man aus allem gleich ein Verbrechen. Die Leute hier, wenn Sie es nur wüßten, sind schrecklich, ganz schrecklich!“