„Sagen Sie nicht! Sie tun mir furchtbar leid, — man hat Sie betrogen.“

Schadenfreude klang aus ihrer Stimme. Böse Worte sprangen ihr von den Lippen. Sie sprach:

„Sie hatten auf Protektion gehofft, allein Sie waren zu vertrauensselig. Man hat Sie betrogen, und Sie haben ohne weiteres geglaubt. Jedermann kann einen Brief schreiben. Sie mußten wissen, mit wem Sie es zu tun haben. Ihre Gattin ist eine in den Mitteln nicht wählerische Persönlichkeit.“

Peredonoff konnte die gemurmelte Rede der Werschina nur schwer verstehen; in ihrer Weitschweifigkeit konnte er kaum einen Sinn finden. Die Werschina fürchtete sich, es laut und deutlich zu sagen: sagte sie es laut, so hätte jemand es hören können, Warwara hätte es erfahren, und es hätte Unannehmlichkeiten gegeben, denn Warwara wäre vor einem Skandal nicht zurückgeschreckt; sagte sie es deutlich, — so würde Peredonoff wütend werden, vielleicht würde er sie sogar schlagen. Man müßte ihm einen Wink geben, daß er es selber erriete. Aber Peredonoff erriet es nicht.

Es war ja schon früher vorgekommen, daß man ihm direkt ins Gesicht gesagt hatte, er wäre betrogen worden, er konnte aber auf keine Weise darauf kommen, daß die Briefe gefälscht waren, und dachte immer, die Fürstin selber betröge ihn, — führte ihn an der Nase herum.

Endlich sagte die Werschina gerade heraus:

„Sie glauben wohl, die Fürstin hat die Briefe geschrieben. Jetzt weiß es aber schon die ganze Stadt, daß die Gruschina sie gefälscht hat, im Auftrage Ihrer Gattin; die Fürstin weiß von nichts. Fragen Sie, wen Sie wollen; alle wissen es, — sie selber haben sich verplappert. Und dann hat Warwara Dmitriewna Ihnen die Briefe entwendet und verbrannt, damit es keine Beweisstücke gibt.“

Dunkle, schwere Gedanken wälzten sich durch Peredonoffs Hirn. Er begriff nur eins: man hatte ihn betrogen. Aber daß die Fürstin darum nicht wissen sollte, — nein, sie weiß es. Nicht umsonst war sie lebendig aus dem Feuer hervorgegangen.

„Das von der Fürstin lügen Sie,“ sagte er, „ich wollte die Fürstin verbrennen, konnte es aber nicht: sie hat die Glut totgespuckt.“

Plötzlich schüttelte ihn eine rasende Wut. Man hatte ihn betrogen! Wild hieb er mit der Faust auf den Tisch, sprang auf und ging eilig, ohne sich zu verabschieden, nach Hause. Erfreut blickte ihm die Werschina nach, und schwarze Rauchwölkchen lösten sich geschwind von ihrem dunklen Munde, fegten dahin und wurden vom Winde zerfetzt.