Willy Rath urteilt im „Kunstwart“:
„Es zeigt sich, daß „Ssanin“ bestimmt keine Pornographie enthält, daß das Sexuelle darin nicht einmal gedanklich die Alleinherrschaft übt, sondern eine weitere, ganz geistige Anschauung den Ursprung bildet. Freilich bringt diese es mit sich, daß auch die Frage der Geschlechtsliebe höchst rücksichtslos erörtert und verwegen beantwortet wird; das Buch ist nur reifen Menschen in die Hand zu geben.“
Robert Saudek sagt in einem „Eine neue Kreutzersonate“ überschriebenen Feuilleton:
„Seit Tolstois Kreutzersonate hat kein belletristisches Werk in Rußland eine ähnliche Wirkung ausgeübt. Bei der Lektüre dieses Buches, bei seiner Schilderung der Frauen hat man das Gefühl, als ob man am ersten Frühlingstag nach einem düstern Winter auf die Straße träte.“
Der Kritiker der „Berliner Morgenpost“ schrieb:
„Artzibaschew gehört seit seinem Ssanin zu den Dichtern, deren Name unumgänglich mit der Geschichte ihrer Zeit verknüpft ist. Selbst wenn er nicht durch seine künstlerischen Qualitäten zu einer der wichtigsten Erscheinungen in der modernen Literatur Rußlands geworden wäre, hätten ihm doch kulturhistorische Gründe bleibende Bedeutung gegeben. Man wird die gegenwärtige Epoche, also die, welche die revolutionäre ablöste, psychologisch und sozialistisch nicht beurteilen können, ohne den Ssanin als ihren charakteristischen Niederschlag in den Mittelpunkt der Betrachtung zu ziehen ... Die Personen und Charaktere gehen weit über das Einzelinteresse hinaus: sie stellen Menschheitstypen dar, deren äußere Charakterformen sich in jeweiligen Epochen anders spiegeln mögen, deren innere Wahrhaftigkeit und Treue aber unvergänglich bleiben wird ... Ssanin ist sicher für sein Land zu einem der revolutionärsten Werke der Weltliteratur geworden.“
Ferner erschien im gleichen Verlage:
M. Artzibaschew
Millionen
und andere Novellen
Einzig autorisierte deutsche Übertragung von
André Villard und S. Bugow