„Da habe ich Ihnen gleich den Brief der Fürstin als Mustervorlage gebracht.“

Die Gruschina sträubte sich lange. Warwara sah klar, daß die Gruschina ihr Einverständnis geben würde, daß sie nur für diesen Dienst mehr beanspruchen wolle. Warwara ihrerseits wollte gerade weniger zahlen. Und nur ganz allmählich erhöhte sie den Bestechungspreis, versprach verschiedene kleinere Geschenke, ein altes Seidenkleid, und endlich sah die Gruschina ein, daß Warwara in keinem Fall mehr geben würde. Klagende Worte ergossen sich aus Warwaras Munde. Die Gruschina tat, als wäre sie nur aus Mitleid bereit, die Sache zu übernehmen und nahm den Brief.

IV

Das Billardzimmer war dick vollgeraucht. Peredonoff, Rutiloff, Falastoff, Wolodin und Murin — ein Gutsherr von hünenhaftem Wuchse und dummerhaftem Aussehen, Besitzer eines kleinen Gutes, außerdem ein kapitalkräftiger, unternehmungslustiger Mann —, alle diese fünf hatten das Spiel beendet und machten sich auf den Heimweg.

Es dämmerte. Auf einem schmutzigen Brettertisch standen viele geleerte Bierflaschen. Die Spieler, welche während des Spieles viel getrunken hatten, hatten rote Köpfe und lallten berauscht. Rutiloff war der einzige, der wie sonst schwindsüchtig-blaß aussah. Er trank auch weniger als die andern und hätte bei stärkerem Trinken gewiß noch blasser ausgesehen.

Rohe Schimpfworte flogen durch die Luft. Keiner fühlte sich gekränkt: man war eben unter Freunden.

Peredonoff hatte, wie fast immer, verloren. Er spielte schlecht Billard. Trotzdem war sein Gesichtsausdruck unerregt finster, und nur mit Unlust bezahlte er seine Spielschuld.