Hierauf hatte Wolodin entgegnet, — und er gab seinem Gesicht ein überzeugendes Aussehen:

„Jedem das Seine, Ardalljon Borisowitsch — Sie sind Spezialist auf diesem Gebiet, ich auf meinem.“

„Denken Sie nur, Nataschka ist von uns direkt zum Gendarmerieoberst in Dienst gegangen,“ berichtete Warwara.

Peredonoff fuhr auf; verstört blickte er um sich.

„Du lügst wieder!“ sagte er halb fragend.

„Nanu, warum soll ich lügen,“ antwortete Warwara, „geh zu ihm hin und frag ihn doch.“

Diese unangenehme Neuigkeit wußte auch die Gruschina zu bestätigen. Peredonoff geriet ganz aus der Fassung. Sie würde ihn denunzieren, der Gendarmerieoberst würde sich das merken und gelegentlich dem Ministerium Bericht erstatten. Wie fatal!

Peredonoffs Auge blieb an einem Bücherregal haften, welches über der Kommode hing. Da standen einige gebundene Bücher: dünne Bändchen von Pissareff und etwas dickere — „Vaterländische Memoiren“. Peredonoff erbleichte und sagte:

„Diese Bücher müssen fort, sonst werde ich denunziert.“

Früher hatte Peredonoff diese Bücher zur Schau gestellt, um damit seine liberale Gesinnung zu zeigen, — in der Tat war er vollständig gesinnungslos und hatte nicht die geringste Lust, irgend einem Problem nachzugehen. Außerdem standen diese Bücher nur bei ihm, er las sie garnicht. Es war schon lange her, daß er ein Buch zur Hand genommen hatte — zum Lesen hatte er keine Zeit, — aber auch Zeitungen ließ er nicht kommen, die Tagesneuigkeiten erfuhr er aus Gesprächen. Im übrigen gab es für ihn eigentlich nichts Wissenswertes, denn nichts in der Welt interessierte ihn. Ueber Zeitungsabonnenten machte er sich lustig, es wären Geldverschwender und Tagediebe. Man hätte glauben können, daß ihm jede Minute kostbar war.