Plötzlich mußte Peredonoff an die Jerli von gestern denken.
„Aha,“ dachte er bei sich, „er klagt seine Mutter an, warum sie ihn geboren hätte, er will eben nicht mehr der Pawluschka von früher sein. So ist es, so ist es: er beneidet mich. Vielleicht geht er schon jetzt mit dem Gedanken um, Warwara zu heiraten und in meine Haut zu kriechen,“ so dachte Peredonoff und blickte wehmütig auf Wolodin.
Könnte man ihm doch eine Frau verschaffen?
Im Schlafzimmer, als es schon spät in der Nacht war, sagte Warwara zu Peredonoff:
„Du denkst wohl, all die jungen Weiber, welche dir nachstellen, sind schön, weil sie jung sind? Sie sind alle Plunder, ich bin schöner als sie alle.“
Eilig entkleidete sie sich und entblößte mit einem niederträchtigen Lächeln auf den Lippen ihren leicht geröteten, schlanken, schönen, elastischen Körper.
Obwohl sie vor Trunkenheit taumelte und obwohl ihr tierisch-wollüstiger Gesichtsausdruck jeden lebensfrohen Menschen abgestoßen hätte, so muß doch zugestanden werden, daß sie einen wunderschönen Körper hatte, einen Körper so zart, wie man ihn bei Nymphen zu denken liebt und an diesen Körper schien eine böse Fee den Kopf einer gemeinen Dirne gezaubert zu haben. Und dieser prachtvolle Leib war für die zwei betrunkenen, schmutzigen Leute nur ein Mittel, um ihre viehische Lust daran zu stillen.
So pflegt es oft zu sein und wahrhaftig in unsrem Zeitalter scheint die Schönheit dazu bestimmt, niedergetreten und mißachtet zu werden.
Peredonoff lachte tierisch, wie er seine Freundin nackt vor sich stehen sah.
Die ganze Nacht über träumte er von nackten Frauenleibern.