Warwara glaubte, daß die Einreibungen mit Nesseln, welche sie auf den Rat der Prepolowenskaja anwandte, erfolgreich gewesen wären. Es schien ihr, als sei sie plötzlich voller geworden.

Alle ihre Bekannten fragte sie:

„Nicht wahr, ich nehme doch zu?“

Und sie dachte im stillen, daß Peredonoff sie nunmehr unbedingt heiraten würde; er mußte doch sehen, wie sie dicker wurde, und dann würde er außerdem den gefälschten Brief erhalten.

Peredonoff war lange nicht so hoffnungsfreudig. Er war überzeugt, daß der Direktor ihm feindlich gesinnt wäre — und in der Tat der Direktor des Gymnasiums hielt Peredonoff für einen trägen und unfähigen Lehrer. Peredonoff seinerseits dachte, der Direktor gäbe den Schülern Instruktionen, ihn zu mißachten, — das war natürlich Peredonoffs eigene grundlose Erfindung. Immerhin festigte das in Peredonoff die Ueberzeugung, er habe sich vor dem Direktor in acht zu nehmen. Aus Bosheit machte er sich des öfteren in den höheren Klassen über seinen Vorgesetzten lustig, und einer ganzen Reihe von Schülern gefiel das.

Jetzt, wo Peredonoff den Plan hatte, Inspektor zu werden, wurde ihm dieses unfreundliche Verhalten des Direktors doppelt unangenehm.

Gesetzt den Fall, die Fürstin legte sich ins Mittel, so schlägt ihre Protektion die Ränke des Direktors nieder. Immerhin schien das Spiel nicht ungefährlich.

Außerdem glaubte Peredonoff in den letzten Tagen noch anderen Leuten begegnet zu sein, welche ihm nicht wohlwollten und nur zu gerne seine Hoffnungen auf den Inspektorposten zerstört hätten.

Zum Beispiel Wolodin: nicht umsonst redet er immer wieder vom Inspektor in spe. Auch hat es Fälle gegeben, daß Menschen sich einfach fremde Namen beilegten und ganz lustig in den Tag hineinlebten.

Freilich, so direkt sich in Peredonoffs Rolle hereinzufinden, dürfte dem Wolodin schwer fallen, doch war Wolodin trotz seiner Dummheit in seinen Einfällen unberechenbar. Und es ist ratsam, sich vor einem bösen Menschen in acht zu nehmen.