„Garnicht frech, ich redete nur die Wahrheit, daß Sie in den anderen Heften an fünf Fehler übersehen haben, bei mir aber alle Fehler angestrichen und mir eine schlechte Note gegeben haben. Ich hatte aber schöner geschrieben als jene mit den guten Noten.“
„Noch eine andere Frechheit haben Sie mir gesagt,“ beharrte Peredonoff.
„Gar keine Frechheit, ich habe nur gesagt, ich würde es dem Inspektor sagen,“ sagte Wladja trotzig, „warum soll ich immer schlechte Noten bekommen?“
„Wladja, vergiß nicht, mit wem du sprichst,“ sagte die Werschina streng, „statt daß du dich entschuldigst, wiederholst du noch deine Ungezogenheiten.“
Plötzlich fiel Wladja ein, daß man Peredonoff nicht reizen dürfe, weil er doch vielleicht sich mit Martha verloben könnte. Er wurde ganz rot, spielte verlegen an seiner Gürtelschnalle und sagte bescheiden:
„Verzeihen Sie. Ich wollte nur bitten, ob sich das nicht ummachen ließe.“
„Schweig doch still, ich bitte dich,“ unterbrach ihn die Werschina, „ich kann so was nicht leiden,“ wiederholte sie und zitterte kaum merklich am ganzen Körper. „Wenn dir ein Verweis erteilt wird, so hast du still zu sein.“
Und die Werschina überschüttete den Jungen mit Vorwürfen, rauchte ihre Zigarette und lächelte schief, wie sie immer lächelte, gleichviel wovon die Rede war.
„Man muß es dem Vater sagen, er wird dich bestrafen,“ schloß sie.
„Man muß ihn durchprügeln,“ sagte Peredonoff und blickte böse auf den Jungen, der es gewagt hatte, ihn zu kränken.