„Natürlich,“ bestätigte die Werschina, „man muß ihn durchprügeln.“
„Man muß ihn durchprügeln,“ sagte auch Martha und errötete.
„Ich werde heute zu Ihrem Vater fahren,“ sagte Peredonoff, „und werde ihm sagen, er soll Sie ordentlich in meiner Gegenwart durchprügeln.“
Wladja schwieg, blickte auf seine Peiniger, zog die Schultern zusammen und lächelte, während ihm die Tränen in den Augen standen. Sein Vater war sehr hart. Wladja versuchte sich zu beruhigen; er dachte, das seien nur Drohungen. Es war doch nicht möglich, daß man ihm so den Feiertag verderben wollte. Ein Feiertag ist etwas ganz Besonderes, ein fröhlicher, schöner Tag und dieses Festliche ist garnicht vereinbar mit dem Alltäglichen, mit dem Leben in der Schule.
Peredonoff fand aber Gefallen daran, wenn Kinder weinten, — besonders wenn er selber den Anlaß zu Tränen und Zerknirschung gab. Wladjas Verlegenheit, seine verhaltenen Tränen und sein schuldbewußtes, schüchternes Lächeln, alles das freute Peredonoff. Er entschloß sich, zusammen mit Martha und Wladja hinauszufahren.
„Na meinethalben, ich werde mitkommen,“ sagte er zu Martha.
Martha freute sich, war aber doch ein wenig erschreckt. Natürlich wünschte sie es, daß Peredonoff mitkäme, — richtiger, die Werschina hatte es für sie gewünscht und ihr diesen Wunsch eingegeben durch einige schnelle Worte. Jetzt aber, wie Peredonoff erklärte, er wolle mitkommen, tat es ihr leid um Wladja.
Auch Wladja fühlte sich unbehaglich. War es möglich, daß Peredonoff nur um seinetwillen mitkam? Er wollte Peredonoff freundlicher stimmen und sagte:
„Wenn Sie meinen, Ardalljon Borisowitsch, daß es zu eng sein wird, so will ich gerne zu Fuß gehen.“
Peredonoff sah ihn argwöhnisch an und sagte: