„Das gibt es überall bei den Polen und bei den Russen,“ sagte sie.

„Nein, nein, es ist schon so,“ beharrte Peredonoff, „die Polen sind dumm. Protzig sind sie. Die Juden — das sind kluge Leute.“

„Die Juden sind Schufte, garnicht klug,“ sagte Wladja.

„Nein, die Juden sind ein sehr kluges Volk. Der Jude wird einen Russen immer nasführen, aber niemals ein Russe den Juden.“

„Es ist ja auch garnicht nötig, zu hintergehen,“ sagte Wladja, „besteht denn die Klugheit nur darin, zu betrügen und zu übervorteilen?“

Peredonoff blickte den Jungen zornig an.

„Die Klugheit besteht im Lernen,“ sagte er, „Sie zum Beispiel sind faul.“

Wladja seufzte auf und kehrte sich wieder um und sah dem gleichmäßigen Traben des Pferdes zu. Peredonoff aber fuhr fort:

„Die Juden sind klug, im Lernen und überhaupt in allen Dingen. Würde es den Juden erlaubt sein, Professoren zu werden, so würden sämtliche Professoren Juden sein. Die Polinnen sind alle schlampig.“

Er blickte auf Martha, und mit Behagen bemerkend, daß sie sehr rot wurde, sagte er liebenswürdig: