Martha reichte Peredonoff die Blechdose mit dem Zucker. Aber Peredonoff sagte ärgerlich:
„Nein, das ist eine Schweinerei, Bier mit Zucker.“
„Nicht doch, es schmeckt sehr gut,“ sprach eintönig und rasch die Werschina.
„Sehr gut schmeckt es,“ sagte Martha.
„Es ist eine Schweinerei“, wiederholte Peredonoff und blickte böse auf den Zucker.
„Wie Sie wollen,“ sagte die Werschina und im selben Tonfall, ohne eine Pause zu machen, ohne jeden Uebergang redete sie von anderen Dingen: „Tscherepin wird langweilig,“ sagte sie und lachte.
Auch Martha lachte, Peredonoff blickte gleichgültig drein: er nahm keinen Anteil an fremden Angelegenheiten, er liebte die Menschen nicht und dachte nie anders an sie, als in Verbindung mit seinem eignen Nutzen. Die Werschina lächelte selbstzufrieden und sagte:
„Er glaubt, ich würde ihn nehmen.“
„Er ist ungeheuer frech,“ sagte Martha, nicht darum, weil sie das dachte, sondern weil sie der Werschina etwas Schmeichelhaftes und Angenehmes sagen wollte.
„Gestern lauerte er am Fenster,“ erzählte die Werschina. „Er hatte sich in den Garten geschlichen, als wir zu Abend speisten. Unter dem Fenster stand eine Wassertonne; wir hatten sie in den Regen gestellt, und sie war voll bis an den Rand. Obendrauf lagen Bretter, so daß man das Wasser nicht sehen konnte. Er kriecht hinauf und guckt durchs Fenster. Bei uns brennt die Lampe, so daß er uns sah, wir ihn aber nicht. Auf einmal hören wir ein Getöse. Ganz erschreckt laufen wir hinaus. Und das war er; direkt ins Wasser gefallen. Aber noch bevor wir hingekommen waren, hatte er, naß wie er war, das Weite gesucht, — und nur auf dem Wege eine feuchte Spur hinterlassen. Und außerdem erkannten wir ihn noch an seinem Rücken.“