„Na also,“ sagte Peredonoff.
„Ja, wie ist das nur möglich!“ zischelte Bogdanoff erregt, „die Skobotschkina trägt rote Blusen! Haben Sie das gesehen?“
„Jawohl, außerdem soll sie auch in der Schule so herumlaufen. Manchmal noch schlimmer, dann trägt sie einen Sarafan,[7] ganz wie ein Bauernweib.“
„Nein, das ist ja unglaublich! Das muß festgestellt werden. Das geht nicht, das geht auf keinen Fall. Man muß sie entlassen, ja entlassen,“ flüsterte Bogdanoff, „sie war schon immer so.“
Der Gottesdienst war zu Ende. Man ging aus der Kirche. Peredonoff sagte zu Kramarenko:
„Du kleiner, schwarzer Taugenichts, warum lachst du in der Kirche? Warte nur, ich werde es deinem Vater sagen.“
Peredonoff redete die nichtadeligen Schüler manchmal mit „Du“ an; zu den Adeligen sagte er immer „Sie“. In der Schulkanzlei erkundigte er sich nach dem Stande des Einzelnen und sein Gedächtnis ließ ihn in solchen Dingen niemals im Stich.
Kramarenko sah Peredonoff erstaunt an und lief schweigend davon. Er gehörte zu jenen Schülern, welche Peredonoff für grob, dumm und ungerecht hielten und ihn deswegen verachteten und haßten. So dachte die Mehrzahl. Peredonoff glaubte, das wären jene, welche der Direktor gegen ihn aufgestachelt habe, wenn auch nicht in eigener Person, so doch durch seine Söhne.
Schon außerhalb der Umfriedung trat Wolodin fröhlich kichernd auf Peredonoff zu, er machte ein salbungsvolles Gesicht, als hätte er Geburtstag, sein steifer Hut saß ihm im Nacken, und er fuchtelte mit seinem Spazierstöckchen.
„Weißt du was, Ardalljon Borisowitsch,“ flüsterte er freudig erregt, „ich habe den Tscherepin herumgekriegt, er wird in diesen Tagen das Tor von Marthas Haus mit Teer einschmieren.“