Peredonoff schwieg ein wenig und bedachte sich. Dann lachte er schadenfroh. Wolodin hörte alsbald zu grinsen auf, machte ein bescheidenes Gesicht, rückte seinen Hut zurecht und mit dem Stöckchen schlenkernd, sagte er:

„Schönes Wetter heute, am Abend werden wir wohl Regen haben. Mag es nur regnen, wir werden mit dem Inspektor in spe zu Hause sitzen.“

„Ich kann eigentlich nicht zu Hause bleiben,“ sagte Peredonoff, „ich habe verschiedne Gänge vor und muß in die Stadt gehen.“

Wolodin machte ein verständnisvolles Gesicht, obgleich er natürlich garnicht wußte, was Peredonoff so plötzlich für Gänge vorhaben konnte. Peredonoff überlegte aber, daß es dringend notwendig wäre, einige Visiten zu machen. Sein zufälliges Zusammentreffen mit dem Gendarmerieoberst hatte ihn auf einen Gedanken gebracht, dessen Ausführung ihm nützlich erschien: er wollte alle Honoratioren der Stadt besuchen, um sie von seiner Zuverlässigkeit zu überzeugen. Sollte das gelingen, so hätte er für alle Fälle angesehne Leute in der Stadt, welche für seine korrekte Gesinnung bürgen würden.

„Wohin wollen Sie gehen, Ardalljon Borisowitsch?“ fragte Wolodin, als er bemerkte, daß Peredonoff einen anderen als den gewohnten Weg einschlug, „gehen Sie nicht nach Hause?“

„Nein, ich gehe nach Haus,“ antwortete Peredonoff, „ich fürchte mich bloß, den alten Weg zu gehen.“

„Warum denn?“

„Da wächst so viel Bilsenkraut, der Geruch ist so schwer; er wirkt auf mich betäubend. Meine Nerven sind schwach, wegen der vielen Unannehmlichkeiten.“

Wolodin machte wieder ein verständnisvolles, teilnehmendes Gesicht.

Unterwegs riß Peredonoff einige Kletten ab und steckte sie in die Tasche.