»Na, das hat doch beinahe jeder,« knurrte der Junge als Antwort. »Was ist denn da weiter dabei!«

»Richard, wie kannst du nur so ungezogen sein – ich muß mich ja für dich schämen,« rief die Mutter und hatte Tränen in der Stimme.

»Laß nur Martha,« sagte Rolfers ruhig. »Er hat ja ganz recht. Es ist wirklich nichts andres als ein Erinnerungszeichen, daß man seine Pflicht getan hat. Man hat noch andre.«

Richard zog die Mundwinkel verächtlich herab. Er hatte sicher erwartet, etwas Pathetisches aus Rolfers’ Mund über das Eiserne Kreuz zu hören, hatte sich bereits innerlich dagegen

gewappnet, und es kränkte ihn, daß nun nichts dergleichen kam.

»Der Kerl hat natürlich nicht das mindeste patriotische Gefühl,« so ging es durch des Knaben Hirn. »Pfui, wie widerwärtig ist mir diese herablassende Kälte!«

Und er schlenderte hinaus zu seinem Freund Lütje, die Tür mit beträchtlichem Knall zuschlagend.

Rolfers trat neben die Mutter und strich leise über ihr Haar. Es war die erste sanfte Berührung, seit sie zusammen hausten.

»Geduld, Kind,« sagte er. »Schnell gehen solche Eroberungen niemals. Auf eine gute Portion kindischer Ungezogenheit habe ich mich gefaßt gemacht. Das tut gar nichts zur Sache. Nur bitte ich dich, schilt den Jungen nicht, sonst wird er vollends verstockt.«

Martha seufzte. Sie litt unter der Beklommenheit, die von ihrem Zusammenleben nicht