der Mann verstummte, lag im Stuhl, in einen blauen Rauchdunst eingehüllt, und träumte von unwiederbringlichem Glück ungehemmten Schaffens. Musikalische Erinnerungen stiegen in seinem Hirn auf, aus den Melodien, wie sein inneres Ohr sie hörte, stiegen Farben empor, fügten sich symphonisch ineinander, Linien glitten als Leitmotive hinein, wollten etwas von ihm, seine Phantasie spann sie zusammen zu Entwürfen. – – Rolfers blickte ihnen nach, wie sie entstanden und mählich zerrannen ...


Der Professor gab Lütje den Auftrag, den Atelierraum zu heizen. Nach dem Mittagessen sagte er in seiner kurzen Weise zu Richard:

»Die Bilder müssen ausgepackt und neuverschickt werden. Du kannst nachher mit hinaufkommen und mir helfen.«

Das Gespräch beschränkte sich auch oben in dem verstaubten, mit Skizzen, Zeichnungen behängten, mit beiseite gestellten Leinwänden, mit Mappen, Flaschen, Farbentuben, Paletten und Staffeleien vollgestopften Raum auf die Anweisungen, die Rolfers dem Jungen gab. Er hantierte leidlich geschickt mit Schraubenzieher und Stemmeisen an den flachen Kisten. Rolfers sah ihm zu und hatte keinen Blick für alle Erinnerungen an geschaffene Werke, an Begonnenes, das nach Vollendung schrie.

Als Richard eines der Bilder aus der Kiste hob, hieß er ihn, es auf eine Staffelei stellen.

»Das ist unser Moor,« sagte der Junge erfreut.

»Woran erkennst du’s?«

»Nu – hier doch, die große Eberesche und der Torfgraben. Das muß fein sein, wenn die Heide so blüht.«

»– – Ja – von einer tollen Farbigkeit – das Braun des Bodens steht famos zu dem Purpur der Blütenfläche. In manchem Jahr ist sie auch blasser – lila – Die Lufttöne sind hier immer so schwer und satt –«