»Sind Nachrichten vom Grafen da?« fragte Rolfers.
»Ja, es geht ihm gut. Aber der jüngste Bruder des Herrn ist gefallen. Die Gräfin-Mutter ist hier. Darf ich den Herrn Professor melden?«
»Nein – im Visitenanzug sind wir doch nicht. Ich glaubte die Herrschaften in Hamburg.«
»Sie sind gestern erst zurückgekehrt. – Die Frau Gräfin würde sich gewiß freuen!«
»Ich spreche in den nächsten Tagen vor. Auf Wiedersehen, Wilke.« Rolfers lüftete den Hut und ging mit Richard durch die Lindenallee weiter. Der Junge trat zwischen die Bäume und blickte noch einmal zurück auf die weite Wiese.
»Das möchte ich malen – – die komischen kleinen Viecher auf dem Grün ...«
»Versuch’s – geh morgen nachmittag her.«
»Sehen Sie mal – die Bäume sind schon anders als im Winter – so viel dunkler und voller Saft ...«
»Ja – ich mochte den Vorfrühling auch immer gern. Er ist bedeutend malerischer als das volle Blühen. Zeichne mal eine Studie von dem Geäst. Das ist wie Schmiedeeisen. – Na – da laufen wir der Gräfin doch in die Arme.«
Am Ende der Allee erschienen zwei schwarze Frauengestalten und näherten sich ihnen.