Rolfers schwieg und dachte: wie schwierig ist dies alles. Dem Richard aber ging es durch den Kopf: warum bin ich so ekelhaft –? Na, es ist schon gut so, häßlich und plump wie ich bin – ein feiner Herr wie er werde ich doch niemals. Er sah auf die schlanke schöne kraftvoll beseelte Hand, mit der Rolfers seine Zigarre hielt und fühlte jäh den Schmerz um die verlorene Rechte. Eine Welle von heißer Bewunderung schlug über sein Herz.

Am andern Morgen, als Richard aus der Schule kam, stürzte er eifrig zu seiner Mutter herein.

»Du – draußen steht ein Diener vom Schloß mit einem großen Korb für den Professor.«

Martha ging hinaus, ihr Ausdruck war mürrisch, unzufrieden. Schon am vergangenen

Abend bemerkte Richard, wie schweigsam sie seine Erzählung von dem Besuch bei den Gräfinnen aufgenommen hatte.

Der Diener lieferte einen anmutig mit Gewächshausflieder umkränzten Korb erlesener Äpfel und Weintrauben nebst einem Briefchen ab. Richard stand strahlend vor Freude neben der Gabe, während Rolfers mit dem geöffneten Brief hinausging, dem Diener Bescheid zu geben.

»Mutti, sieh nur, ist das nicht herrlich! Viel zu schön, um es zu zerstören. Lieb von den Damen, nicht?«

Martha stand mit zusammengekniffenem Mund vor der zarten weiß und lila Blütenfülle.

Rolfers kam zurück, neigte sich über die Blumen und Früchte und sog ihren Duft ein. »Das gefällt dir, was, Kerlchen? Ja – wir Künstler und der Luxus – das gehört nun

mal zusammen. Wir sind ja auch Luxusgewächse. Du, wir sind zu morgen abend gebeten – einen Rehbraten mitessen! was sagst du?«