Er legte seine Linke auf ihre Rechte und sah ihr nachdenklich ins Gesicht. Dann schüttelte er ein wenig den Kopf.

Martha begann zu schluchzen. »Ich bin auch nur ein Mensch.«

»Ein lieber und wertvoller Mensch, Martha, – vergiß nie, daß du mir das bist! Und daß ich dich sehr nötig habe! Ja, wenn ich dich nicht wieder fand – wo wäre ich jetzt?«

Er beugte sich und küßte sie leise auf das Haar.

»Meine gute Freundin!«

Sie lächelte durch ihre Tränen und gab ihm die Hand:

»Du hast nichts mit der Gräfin? Zwar – was geht es mich an ...?«

»Martha, ich denke, du könntest mir den Takt zutrauen, daß ich dich dann nicht hierher gebracht hätte – dich und den Jungen! – Aber sieh, wenn du anfängst eifersüchtig zu werden – dann geht das alles nicht mehr.«

»Nein, nein!« rief die Frau ängstlich.

»Dann bekommt alles eine Färbung, die ich nicht ertragen könnte!« sagte Rolfers. »Du bist dein freier Herr, Martha. Scheint dir unser Zusammenleben, wie es sich nun herausgebildet hat, ungenügend oder unerfreulich, möchte ich dich keine Stunde länger