»Das ist doch keine Frage mehr,« brummte Richard.

»Das ist eine sehr ernste Frage, mein Sohn,« antwortete der Professor scharf. »Leute ohne starken Willen kann die Kunst nicht gebrauchen. Ein für allemal nicht. Diese Schulsache ist bei deiner Begabung einfach eine Willensangelegenheit. Eine Übung zu Größerem! Also – kann ich bei dem Direx für dich eintreten – oder kann ich’s nicht?«

Richard war feuerrot geworden und sah zum erstenmal seit langer Zeit dem Professor klar und frei ins Gesicht.

»Sie können es!«

»Gut – schlag ein!«

Rolfers streckte ihm seine Linke entgegen und Richard legte seine Rechte hinein. Der Mann drückte sie fest.

Richard ging ganz betäubt nach diesem Auftritt hinaus in den Hof. Der Professor war doch ein großartiger Mensch – wer von den Vätern seiner Berliner Freunde würde so gehandelt haben? Keiner – kein einziger. Geschimpf und Gejammer und Strafen und Drohungen hätte es gehagelt – jawohl. – Er mußte ihm doch zeigen, was er in den letzten Wochen geschafft hatte. Es waren ein paar ganz feine Sachen darunter. Die würden ihm Freude machen.

Nun brauste das Gefühl mit der Gewalt Deines wilden Bergbaches durch des Jungen Herz. Er – er – er füllte sein Denken, Träumen, Phantasieren. Freund – Freund – sagte er bisweilen leise vor sich hin. Professor –

Professorchen, rief seine helle Knabenstimme durchs Haus, sobald er von der Schule heimkam.

Versunken konnte er lange auf Rolfers’ Hand blicken, denn Menschenhände bedeuteten ihm viel, – er hatte Jungens, die sich ihm zum Freunde boten, abgelehnt, weil ihre Hände ihm nicht gefielen.