»Ich dachte nur – die Nacht ist so unbändig schön –, ob Sie nicht hinauskommen möchten?« stotterte er.
»Ich habe zu tun. Geh jetzt!«
Rolfers nahm die Brille ab, legte sie vor sich hin, sah dann wieder auf.
»Nun?«
Der Junge stand noch immer da, ein Duft aus der Wiese, frisch wie Sommernächte duften, wehte von ihm zu dem überwachten Mann hin. Und mit dem Dufte kam ein Lächeln. Richard hatte nichts andres zu geben. Worte waren unmöglich. Er hätte sie auch nicht gefunden. Nur in seinen Augen, um seinen blühenden Mund lag alle Liebe, die er in diesen Sekunden empfand.
Auf den Zehenspitzen ging er hinaus.
Eine Woche später traf ihn Rolfers hinten im Moor, den Waldrand skizzierend. Er hockte auf seinem Malerschemel, wunderlich ungeschickt. Beim Näherkommen bemerkte Rolfers, daß der Junge sich mit Bindfaden den rechten Arm auf den Rücken festgebunden hatte. Er ließ den Skizzenblock fallen, als er Rolfers auf dem schmalen Wege nahen sah, und wollte davonlaufen. Aber er warf den Malschemel dabei um und die Fußbank, die er für Farben und Pinsel herbeigeschleppt hatte, und stand nun beschämt, an seiner Fesselung zerrend.
»Junge – verdrehter, toller Bengel!«
»Ich will nichts Besseres haben als Sie!« schrie er leidenschaftlich, und die Tränen sprangen ihm wie Blitze aus den hellen Augen hervor.