Rolfers hatte ihm den linken Arm um den Hals gelegt und hielt ihn so, damit er ihm nicht

davonrannte. Und legte seine Wange auf des Knaben Kopf, auf sein hartes Bürstenhaar.

»Mein Junge, mein lieber Junge!«

Weiter wurde nichts über den Fall zwischen ihnen geredet.


Martha hatte zu tun mit Schreiben und Katalogisieren und Frachtbriefe ausfüllen. Lütje mußte Kisten zunageln, große und kleine, und sie zur nächsten Bahnstation fahren. Die Laune des Professors war nicht die beste. Unwirsch fuhr er im Haus umher, hatte zu tadeln und zu schelten, wenn etwas nicht so ausgeführt wurde, wie er es wünschte.

Eine große Kunsthandlung in Berlin wollte eine Ausstellung seiner Arbeiten veranstalten, eine Gesamtübersicht seines Schaffens durch verschiedene Epochen, von Jugendzeiten an. Eine Ehrung des Helden, der für

das Vaterland gelitten, – so schrieb der Besitzer.

Anfangs hatte Rolfers sich geweigert.

»Wozu – kein Mensch hat heut Sinn für Bilder. Wenn wir einen ehrenvollen Frieden geschlossen haben – ja, dann lasse ich’s mir gefallen. Dann können sie meinethalben Ehrungen der Toten veranstalten – mit dem Lorbeerkranz und der Florschleife unter dem größten Schinken. Jetzt ist’s ein Reinfall. Ich will nicht.«