»Wird gemacht«, rief Helmut strahlend. »Nur eine Bitte noch, Herr Hauptmann!«
»Na?«
»Daß Vater bald mal Urlaub kriegt!«
»Zugestanden! In acht Tagen ist er bei Muttern!«
Wie Helmut nach Hause kommt
Die Fahrgäste der Elektrischen, welche die lange Schloßstraße in Charlottenburg hinauffuhr, stießen sich an und machten sich untereinander aufmerksam auf einen Jungen, der still in der Ecke saß, und dessen tiefgebräuntes Gesicht immerfort glückselig in sich hineinlachte. Zu einem neuen Anzug aus gutem kräftigen Stoff und funkelnagelneuen Stiefeln trug er eine alte zerbeulte Feldmütze und im Knopfloch seiner Jacke prangte schlicht und doch seltsam eindrucksvoll das Eiserne Kreuz.
»Unverschämt, sich das anzuhängen, so'n Grünschnabel«, schimpfte ein leberkrank aussehender Herr, »wer weiß, wo er das gestohlen hat. Da sollte man doch den Schutzmann aufmerksam machen – das ist grober Unfug!«
Richtig, als Helmut den Wagen verließ, um das letzte Stück zu seiner Mutter Wohnung zu Fuß zu gehen, folgte ihm der grimmige Junggeselle, trat an der Straßenecke auf einen Schutzmann zu und flüsterte mit diesem.
Helmut bemerkte es nicht, er war ganz befangen von der Erwartung des nahen Wiedersehens mit den Seinen. Die Offiziere von seines Vaters Regiment hatten zusammengelegt, ihm die Rückreise bezahlt und ihn in Königsberg mit neuen Kleidern ausrüsten lassen. Nur von der alten Feldmütze, die ihm die Kameraden des Vaters geschenkt, und die er in dem heiligsten Augenblick seines Lebens getragen – von der konnte er sich nicht trennen.
Erschrocken blickte er sich um, als eine Hand sich auf seine Schulter legte und eine bärbeißige Stimme fragte: »Sie, junger Herr, wo haben Sie denn das Kreuz da her?«