zum allgemeinen Ausdruck für jede Thätigkeit geworden, die auf Erhaltung der eigenen Habe abzielt, und wir nennen danach eine der Selbstverteidigung oder dem eigenen Vorteil dienende Rede eine
oratio pro domo.—
Aus Ciceros ("De harusp. respons." 20, 43) Redewendung: "resistentem, longius, quam voluit, popularis aura provexit", "Die Volksgunst trieb den Widerstrebenden weiter, als er wollte", stammt das später von Vergil, Horaz, Livius und Quintilian ähnlich angewandte Wort:
aura popularis, Hauch der Volksgunst.— Suum cuique (Jedem das Seine)
finden wir bei Cicero "de offic." 1, 5; "de natur. deor." 3, 15, 38; "de leg." 1, 6, 19; (vrgl. Tacitus: "Annalen", 4, 35, Plinius: "Natur. hist." 14, 6, 8 und den ähnlichen Gedanken bei Theognis 332 u. 546).
"De finibus" 5, 23, 67 sagt Cicero: "Iustitia in suo cuique tribuendo cernitur", "Die Gerechtigkeit erkennt man daran, dass sie Jedem das Seine zuerteilt"; und "suum cuique tribuere" ist eine Rechtsregel Ulpians ("Corp. iur. civ." "Digest." I, 1 "de iustitia et iure" § 10); daher es in Shakespeares "Andronicus" 1, 2 heisst: "Suum cuique spricht des Römers Recht". Friedrich I. von Preussen wählte das "Suum cuique" zur Inschrift vieler Medaillen und Münzen und zum Motto des am 17. Januar 1701 gestifteten Ordens vom schwarzen Adler, und seitdem blieb es Preussens Wahlspruch.—
Das von Cicero "de offic." 1, 10, 33 als "abgedroschenes Sprichwort" citierte
Summum ius, summa iniuria Das höchste Recht (ist) das höchste Unrecht
scheint eine spätere Fassung des Sprichwortes in des Terenz "Heautontimorumenos" 4, 5 zu sein:
Dicunt: ius summum saepe summa est malitia. Man pflegt zu sagen: Das höchste Recht ist oft die höchste Bosheit.