"Den politischen Kampf gegen Dr. Weis in irgend welcher Form fortzuführen, halte ich für durchaus nicht mehr geeignet;
Ich will Frieden haben mit Meinem Volke
und den Kammern; deshalb habe ich das Ministerium gewechselt, und es ist infolge dessen auch die Weis sche Frage in das Stadium des Vergessens von Meiner Seite eingetreten. Von diesem Gesichtspunkte aus widerstrebt es Meinem Gefühle, den Dr. Weis zu befördern; Ich werde aber der Sache ihren jetzigen naturgemässen Lauf lassen und habe nicht das Geringste dagegen, wenn derselbe zum Bürgermeister von Würzburg gewählt wird, werde ihn vielmehr ohne Anstand nach den bestehenden gesetzlichen Normen in dieser Eigenschaft bestätigen".
Heinrich von Sybel berichtet in seinem Buche "Die Begründung des deutschen Reiches durch Wilhelm I." (1889. Bd. 2, S. 301), dass Ludwig Karl Heinrich Freiherr von der Pfordten (1811-1880) dieses Wort dem Könige soufflierte. Man hatte "einen kleinen Staatsstreich" in Bayern geplant, "Auflösung der Kammer, Oktroyierung eines neuen Wahlgesetzes, und was sonst solche Rettungen zu begleiten pflegt". Als aber der Prinz von Preussen das Ministerium Manteuffel stürzte, musste auch v. d. Pfordten in München weichen und er rieth seinem König, den Forderungen der Kammer nachzugeben, die Schuld des Zwistes auf die Minister zu schieben und jene beruhigende Wendung zu gebrauchen. "Der von dem Staatsstreichminister erfundene Satz wurde zu einem populären Schlagwort, auf welches während der späteren preussischen Verfassungswirren jeder Bayer mit patriotischem Stolze hinwies, ohne zu ahnen, dass Bayern die Erhaltung seines allerdings hohen Ruhmes, niemals einen Bruch seiner Verfassung erlebt zu haben, in erster Linie dem Prinzen von Preussen verdankte". (In Schillers "Maria Stuart", 1, 6 heisst es:
Nicht eine Welt in Waffen fürchtet sie,
So lang' sie Frieden hat mit ihrem Volke.)—
Gyulai erkannte (1859, nach dem Gefechte bei Palestro), dass seine einzige Rettung der schleunige Übergang über den Tessin sei, und so gab er am 1. Juni den Befehl:
sich rückwärts zu konzentrieren,
ein Ausdruck, der dadurch geschichtlich wurde, der aber schon vordem in Militärkreisen üblich war.
Nämlich in einem aus Bautzen, 21. Sept. 1813 datierten Briefe des Obersten von Müffling an General von dem Knesebeck heisst es: "Kömmt er (Napoleon) endlich aus seinem Loch—schnell rückwärts konzentriert u. s. w." (G. H. Pertz: "D. Leben d. Feldm. Gr. v. Gneisenau", Berl. 1869, Bd. 3, S. 360).—