(Pelechuco; Bolivia).

Phot. Th. Koch-Grünberg.

Abb. 246. Geistermaske der Tekúnaindianer.

Sie wird auf Hochzeiten und bei anderen festlichen Gelegenheiten zum Tanz getragen.

Die südamerikanischen Indianer leben vielfach in polygamer Ehe. Bei ihrer laxen sittlichen Auffassung pflegt Untreue der Ehegatten keine seltene Erscheinung zu sein. Indessen gibt es doch Stämme, wie zum Beispiel die Carayá, bei denen noch eine verhältnismäßig höhere Lebensauffassung besteht. Verläßt hier ein Mann seine Frau oder jagt er sie davon, dann ist er unter seinen Genossen geächtet und darf nicht wieder heiraten. Bei den Coróado kommt es zu Raufereien zwischen dem Verführer und dem betrogenen Ehemann; bleibt der erstere dabei mutig und trägt er den Sieg davon, dann wird die von ihm Geliebte ohne weiteres sein Weib; zieht er aber den kürzeren und muß er das Feld räumen, dann kehrt die verführte Frau reumütig zu ihrem bisherigen Gatten zurück.

Wir hörten bereits an anderer Stelle, daß die Indianer das Entstehen von Krankheiten dem Einflusse böser Geister zuschreiben und daß demgemäß ihre Behandlung in Austreibung beziehungsweise Versöhnung derselben besteht. Indessen werden gelegentlich auch die physikalischen Heilmethoden angewendet; so massieren die Ashluslay den leidenden Körperteil ([Abb. 251]). Ist die Krankheit eine epidemische und greift sie schnell um sich, so daß die üblichen Mittel versagen, dann bleibt nichts anderes übrig, als sich der Kranken zu entledigen, damit man nicht selbst Gefahr laufe, von dem bösen Geist befallen zu werden. Dies geschieht dadurch, daß man sie von den Gesunden trennt, indem man sie entweder weit vom Dorfe fortträgt oder dieses seinerseits aufgibt und auswandert.

Phot. E. Nordenskjöld.

Abb. 247. Das „Fest des Kreuzes“ bei den christianisierten Quichuaindianern.