Abb. 288. Schwarzwälder Bauernhaus.
Phot. J. Valentine.
Abb. 289. Ein Hornbläser in Ripon.
In Ripon besteht noch jetzt die alte Sitte, jeden Abend um neun Uhr blasen zu lassen, zuerst auf dem Marktplatz und dann vor dem Bürgermeisterhause.
Sehr verbreitet ist der Glaube an die heilende und verschönende Kraft des Osterwassers und an die reinigende des Osterfeuers. Die Sitte des Osterwasserschöpfens hängt wohl mit der Vorstellung zusammen, daß die Erde in derselben Weise, wie sie dem in sie hineingelegten Samen den Trieb zum Sprossen und Blühen mitteilt, so auch dem aus ihr fließenden Wasser eine besondere Kraft verleihe. Um Mitternacht oder wenigstens vor Sonnenaufgang müssen die jungen Mädchen an einen fließenden klaren Bach oder auch an den Dorfbrunnen ([Abb. 313]) gehen und daraus schöpfen. Während bei dieser Beschäftigung in den meisten Gegenden das Sprechen verpönt ist, wird es in anderen wieder gestattet oder sogar gefordert, insofern man einen bestimmten Spruch beim Schöpfen hersagen muß. In jenen suchen die Burschen, die die jungen Mädchen begleiten, sie aus Übermut durch allerhand Neckereien zum Sprechen oder Lachen zu bringen, und wer nun gegen die Vorschrift des Schweigens verstößt, für den ist die Zauberkraft dahin. Diese aber ist in den Augen des Volkes eine ganz außerordentliche. Osterwasser ist gleichsam ein Allheilmittel gegen alle möglichen Krankheiten. Besonders gern wird es gegen Hautkrankheiten angewandt; es soll dem Gesicht Schönheit und Anmut verleihen. Man kocht auch die Speisen am Ostertage mit solchem Wasser; ferner füllt man es auf Flaschen oder in Fässer, um es später gegen allerlei Gebrechen zu trinken. Ähnliche Kräfte werden dem Ostertau sowie etwa am Ostermorgen gefallenem Schnee zugeschrieben.
Phot. J. Brocherel.
Abb. 290. Das Hornussen, ein Volksspiel der Schweizer.
Die eine Partei schlägt den Ball mit einem Schläger möglichst hoch in die Luft, während die andere ihn, bevor er die Erde erreicht, mit hölzernen Scheiben aufzufangen sucht.