Phot. Dr. Buschan.

Abb. 400. Montenegriner.

Abb. 401. Bosnischer Guslare,

der unter Begleitung der Gusla, eines einsaitigen Streichinstruments, die Heldentaten der Vorfahren öffentlich besingt.

Die Tracht der slawischen Völker ist keine einheitliche, die der Männer einförmiger und dunkler, die der Frauen mannigfaltiger und farbenprächtiger. Trotz oft ziemlich bunter Farben verstehen die slawischen Frauen es doch, sich recht geschmackvoll zu kleiden; besonders ihre Oberkleider sind reich mit Stickereien in ansprechenden Mustern verziert ([Abb. 400], [402], [403] und [405]). Die Tracht der Russen ist eine ziemlich gleichmäßige im ganzen Lande. Die der Männer besteht aus Pluderhosen, langen Schaftstiefeln und einem mit silbernen oder goldenen Besätzen bestickten Kaftan in Grün oder Dunkelrot, die der Frauen in dem anschließenden, meist bestickten Saraffan und einer eigenartigen Kopfbedeckung, dem Kokoschnik ([Abb. 408]). Die Tracht der übrigen Slawenvölker im einzelnen zu schildern, ist bei ihrer überaus großen Mannigfaltigkeit nicht möglich; ihre Darstellung im Bilde möge einen Begriff von der Verschiedenartigkeit in der Form und der Art der Verzierung der Gewänder geben. — In Bosnien bringen die Frauen nicht selten Tatauierungen auf den Armen an.

Mit Erl. der serbischen Gesandtschaft.

Abb. 402. Serbin in Landestracht.

Diese besteht aus einem dunkelblauen oder roten Kleid, einem reichverzierten seidenen Gürtel von leuchtender Farbe, einem scharlachroten, reich mit Gold und Silber bestickten Mantel und einem hellfarbigen Kopfschleier; dazu tritt bisweilen noch eine mit Münzen verzierte Krone.