Phot. F. Hedges Butler.
Abb. 455. Eine Pulka,
das ist ein Schlitten, in dem man in Lappland zu reisen pflegt.
Die Hochzeitsfeierlichkeiten beginnen meist am Samstag abend. Die Mädchen erwärmen das Badehaus, fordern die Braut unter Weinen auf, es zu betreten, und stimmen in dem Raum, während sie badet, ein Klagelied in althergebrachter blumenreicher Sprache an ([Abb. 457]). Nach dem Bade werden der Braut die ersten Geschenke dargebracht, und zwar bietet sie ihr der Bräutigam selber auf einer Platte an. Nach langen Einwendungen berührt sie diese endlich mit der Hand, worauf der Vater oder ein anderer naher Verwandter sie in Empfang nimmt. Die Gegengeschenke von seiten der Braut, die für die Angehörigen und Verwandten des Bräutigams bestimmt sind, werden sodann auf dieselbe Platte gelegt; über ihre Verteilung beschließt eine eigens dazu bestimmte Person, der Saajannainen, das heißt Begleiter, Helfer. Bei dieser Gelegenheit fließen wiederum reichlich Tränen.
Phot. J. K. Inha.
Abb. 456. Finnischer Hochzeitsbrauch.
Bei der Ankunft vor dem Hause der Schwiegereltern wird die junge Frau von der Mutter des Gatten mit Brot bewillkommt und hineingeführt, worauf sie vor dieser auf die Knie fällt.