Abb. 468. Das Kyykkaspiel der Finnen.

Es ähnelt etwas unserem Kegelspiel, insofern es darauf ankommt, mit dicken Knüppeln die in einer Reihe aufgestellten walzenförmigen Holzstücke der Gegenpartei vom Platze zu bringen.

Phot. Topic, Sarajevo.

Abb. 469. Bosnischer Zigeuner (Pferdehändler).

Dem Einfluß der bösen Geister sucht man auf alle nur mögliche Weise zu begegnen, durch Opfer, Amulette, Beschwörungen und manches andere. Bevor man die Zelte zur neuen Wanderung abbricht, umreitet man dreimal das Lager, um die bösen Geister zu bannen. Aus demselben Grunde speit man dreimal in das Wasser, wenn man auf der Wanderung eine Brücke überschreitet. Erwachsene tragen häufig Stechapfelsamen als wirksames Abwehrmittel in den Schuhen bei sich, um bei wichtigen Unternehmungen Glück zu haben, hängen sich kleine aus Lindenholz, gleichfalls einem kräftigen Zaubermittel, geschnittene Täfelchen auf den bloßen Leib, um vor ansteckenden Krankheiten bewahrt zu bleiben, schlingen sich eine aus Eselshaaren geflochtene Schnur um den linken Oberschenkel, um bei Frauen Glück zu haben, und wenden noch eine ganze Reihe ähnlich gearteter Maßnahmen an. Helferinnen erstehen den Menschen in den Zauberfrauen. In erster Linie sind diese ihnen sowie den Tieren nützlich als Heilkünstler, denn sie gelten als mit besonderen Kenntnissen und Kräften ausgestattet, um das Schlechte, die Krankheitsdämonen, aus dem Körper zu vertreiben. Hiervon abgesehen, verstehen sie sich aber auch darauf, das Gelingen eines Unternehmens zu fördern, Liebe und Haß zu entfachen, die Seele des Menschen zu „binden und zu lösen“, das Wetter zu regeln, das Bild der Zukünftigen herbeizuzaubern, die Toten zu bannen und dergleichen. Ihre übernatürlichen Kräfte werden meistens vererbt und von den älteren Zauberfrauen bei den dafür Begabten weiterentwickelt. Aber auch durch geschlechtlichen Verkehr mit den Wassergeistern (Niwaschi) oder Erdmenschen (Pçuvusche) kann man zur Zauberin werden.

Totenwache, ein Brauch bei den spanischen Zigeunern.

Nach dem Gemälde von J. M. Lopez-Mezquita.

Die Zauberfrauen sind auch bei der Geburt zugegen, um diese durch Gebete und andere Mittel zu fördern. Kinder sind ein unbedingtes Erfordernis der Ehe. Ein kinderloses Weib wird verachtet; man behauptet von ihm, daß es vor der Ehe ein Liebesverhältnis mit einem Vampir gehabt habe. Mancherlei Aberglaube beeinflußt das Leben einer Schwangeren. Frauen, die sich in anderen Umständen befinden, tragen Bärenklauen am Gürtel; sie müssen ihn, wenn sie einen Regenbogen erblicken, diesem zuschwenken, damit das Kind schön werde.