Phot. T. J. Alldridge.
Abb. 58. Mitglieder des Yassibundes,
einer Gesellschaft, die nur Frauen zu ihren Mitgliedern zählt, aber auch zum Porobund Beziehungen unterhält. Mittels der Minseri stellen sie Medizin in der Yassihütte her. Im obigen Bilde befindet sich in der Mitte die Yassitrommel, zur Linken stehen drei Kambehs oder Mitglieder des zweiten Grades.
Phot. C. H. Foulkes.
Abb. 59. Trompeter aus Bornu,
die Begleiter der Häuptlinge in Nordnigerien.
In Liberia, wo das Mädchen eine ähnliche Schule wie in Sierra Leone (Bundubund) durchzumachen hat, wird die Braut, wenn die Vorverhandlungen erledigt sind, ganz und gar mit einer Salbe aus Tierfett und Palmöl eingerieben, mit besonderen Zeichen, die magische Eigenschaften besitzen sollen, geschmückt und dann in das Haus des Bräutigams gebracht, wo das übliche Fest sich anschließt. Im westlichen Liberia begleitet die Mutter das Paar, um zu erfahren, ob der junge Ehemann alles in Ordnung gefunden hat. Hat sich das Mädchen als nicht mehr jungfräulich erwiesen, dann löst sich die Hochzeitsversammlung auf, und die Familien geraten sofort über die Rückgabe des Kaufgeldes in Streit. In Dahome schickt der junge Ehemann am anderen Morgen, „wenn die Kalabasse zerbrochen ist“ (womit die vollzogene Beiwohnung gemeint ist) und er zufrieden war, seinen Freunden eine volle Flasche Schnaps; fand er die Sache aber nicht nach Wunsch, nur eine halbe Flasche. Bei den Bambara wird die Verlobung von der Zustimmung des Boli oder Familiengeistes abhängig gemacht. Am Abend der Hochzeit wird die Braut von Jünglingen und Mädchen unter Tanz, Gesang und Abfeuern von Gewehren in ihr neues Heim geleitet. Während sie sich unterwegs befindet, bringt der Priester den Boli dorthin und legt ihn auf das Lager der Jungvermählten, um alle bösen Geister auszutreiben. Die Brautjungfern lösen der jungen Frau das Haar, entfernen ihre Keuschheitsschürze und geleiten sie in das Gemach ihres Gatten. Nach einiger Zeit tritt das Paar heraus, und nachdem der Gatte die Gäste ihrer Jungfräulichkeit versichert hat, begibt sich die junge Frau zur Hütte ihrer Freundin und schläft dort, während der Bräutigam und seine Kumpane sich tüchtig betrinken. Die Kajjimütter legen der neuvermählten Tochter einen Gürtel um, an dem vorn und hinten ein schwanzähnliches Anhängsel herabhängt ([Abb. 77]).
Phot. T. J. Alldridge.