Phot. T. J. Alldridge.

Abb. 82. Das Sespiel der Westafrikaner.

Der Spieler läßt einen kleinen Kreisel auf der gemeinsamen Matte tanzen und hat gewonnen, wenn sein Kreisel einen oder alle Kreisel der Gegner verdrängt.

In Südkamerun pflegt man bedeutende Häuptlinge in Matten eingewickelt in hohlen Bäumen an abgelegener Stätte beizusetzen; auch hier feiert man das Ereignis durch Tänze, die sich viele Nächte lang wiederholen. Die übrigen Menschen werden entweder im Busch oder in ihrer Hütte beerdigt. Über dem Grabe wird ein Hügel aufgehäuft, den man mit Kleiderfetzen, Scherben und ähnlichem zu bedecken pflegt. In der Lichtung, die um das Grab im Walde geschlagen ist, hängt man an den Bäumen oft kleine Stäbchen auf, die anzeigen sollen, wieviele Weiber, Kinder und Sklaven der Verstorbene besaß und wieviele Menschen, Elefanten und Leoparden er tötete. Fand die Beisetzung in der Hütte statt, so wird diese mit Rindenstücken und Stangen verschlossen und bleibt fortan unbewohnt; draußen errichtet man Ruhebänke für die Besucher. Kleine Kinder werden häufig neben der Hütte bestattet; auf diese Weise soll sich die Mutter gegen Unfruchtbarkeit schützen.

Phot. C. G. Seligmann.

Abb. 83. Nubaweiber vom Stamme der Hameg,

die sich nach althergebrachter Sitte an ausgehöhlte Steine (Soba genannt, angeblich nach der Königin Saba) anlehnen, um auszuruhen.

Sudan.

Den Teil des Schwarzen Erdteils, der sich südlich von der großen Wüste Sahara ausbreitet und von den Quellen des Nils bis zum Oberlauf des Nigers reicht, bezeichnet die Wissenschaft als Sudan. Aus praktischen Gründen teilt sie dieses weite Gebiet in drei Abschnitte ein: in den Ost-, Zentral- und Westsudan. Die Bevölkerung des Sudans bildeten ursprünglich wohl die nach ihm benannten Neger, aber frühzeitig lagerten sich über diese Urschicht hamitische Elemente, die von Norden und von Osten her mehr und mehr vordrangen und allmählich bis an die Westküste Afrikas gelangten. Zu den Völkerschaften des Sudans zählen, wenn wir im Osten anfangen, die verschiedenen nilotischen Stämme, wie Schuli, Dinka, Schilluk, Djur, Naër, Bari und andere mehr, die durch ihre tiefdunkle Haut auffallen, sowie die bei weitem helleren Mangbattu (Monbuttu) und Niam-Niam (A-Sandeh). Ihnen reihen sich weiter westwärts im Zentralsudan die Bewohner von Darfur, Wadai, Baghirmi, Bornu und Kanem, ferner die Musgu und die Leute der Haussastaaten an. Bei den noch weiter westwärts folgenden Negern des Westsudans treffen wir bereits auf alte Bekannte, wie die Mandingo, Woluffen, Kru, Wei und so weiter. Da wir uns mit ihnen bereits in dem Abschnitte Westafrika beschäftigt haben, so wollen wir an dieser Stelle von ihnen absehen. Auch die Bewohner der Haussaländer haben wir bereits mehrfach berührt, daher können wir uns über sie kürzer fassen.